Unter Postexpositioneller Prophylaxe, kurz auch PEP genannt, versteht man die prophylaktische (vorsorgliche) Einnahme von HIV-Medikamenten (antiviralen Substanzen) für 4 Wochen zur Reduktion eines möglichen HIV-Risikos.
Die Europäische AIDS-Gesellschaft (European AIDS Clinical Society, www.eacs.eu) empfiehlt in ihren im Herbst 2007 herausgegeben Richtlinien eine PEP nach folgenden HIV-Infektionsrisikosituationen:
1. bei subcutanen oder intramuskulären Verletzung mit Injektionsnadeln (im oder iv)von HIV-positiven Patienten
oder Patienten bei denen ein hoher Verdacht auf eine HIV-Infektion besteht (z.B. drogenabhängige Patienten)
2. bei perkutenen Verletzungen mit scharfen Instrumenten (Lanzetten) oder Injektionsnadeln (im oder sc), länger
dauerndem (mehr als 15 Minuten) Schleimhautkontakt oder Kontakt auf Verletzter Haut mit Blut eines HIV-
Positiven
3. Ungeschützter Vaginal- oder Analverkehr mit HIV-Positiven oder mit Partnern, bei denen ein hoher Verdacht auf
das Vorliegen einer HIV-Infektion besteht
4. Aktiver Oralverkehr mit Ejakulation des HIV-Positiven im Mund des negativen Partners
5. Nadeltausch bei drogenabhängigen Patienten mit einem HIV-Positiven
Bei vorliegen eines möglichen HIV-Infektionsrisikos sollte unverzüglich Kontakt mit einem HIV-Spezialisten (siehe Behandlungszentren, oder einer AIDS-Ambulanz, siehe www.horstschalk.at -> HIV/AIDS -> PEP) aufgenommen werden, da der Erfolg einer PEP unter anderem vom raschen Therapiebeginn abhängt!
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