Leitlinien bei akuter HIV-infektion (PDF Download, aktualisiert im Dezember 2011)
Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten wird die HIV-Infektion meist nicht sofort nach Diagnosestellung behandelt. Abhängig von regelmässig kontrollierten (im Regelfall alle 3 Monate) bestimmten Laborwerten (CD4-Helferzellen und der Viralload/Viruslast) wird ein Therapiebeginn empfohlen oder weiterhin abgewartet.
Die im Herbst 2007 veröffentlichten "Guidelines" der europäischen AIDS-Gesellschaft (European AIDS Clinical Society, www.eacs.eu) empfehlen abhängig von der Klinik und den Laborwerten des Patienten folgende Vorgangsweise:
1. Sofortiger Therapiebeginn bei symtomatischen Patienten (Auftreten von AIDS oder AIDS-assoziierten Erkrankungen)
2. Sofortiger Therapiebeginn, bei CD4-Zellen < 200, auch wenn sie beschwerdefrei sind
3. Empfohlener Therapiebeginn bei CD4-Zellen von 201-350
4. Therapie anbieten bei CD4-Zellen zwischen 351-500 und gleichzeitig andauernder hoher Viruslast über 100.000 copys/ml,
bei raschen Absinken der CD4-Helferzellen (50-100/Jahr), bei Patienten über 55 Jahren oder einer gleichzeitigen Hepatitis-
C-Infektion
5. Weitere Kontrollen, aber keine Therapie ist bei Patienten über 500 CD4-Zellen empfohlen
Diese Impfehlungen stellen Richtlinien dar, auf die der erfahrene HIV-Therapeut zurückgreifen kann. Sie ersetzen aber nicht die regelmässige persönliche Betreuung HIV-positiver Patienten bei Ihrem mit der HIV-Therapie erfahrenen Arzt!
|